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Wenn „Sprite“ plötzlich nicht mehr nur ein Getränk ist…

Prototyping: Schüler suchten kreative Wege. Spieleentwickler haben normalerweise eine Vision. Nicht so beim jüngsten Prototyping der School of Games: Live vor den Schülern wurde der Spiele Ideen-Generator angeworfen, der nach dem Zufallsprinzip die etwas sperrigen Stichworte „Android Volleyball Fantasy“ auswarf. Ratlose Gesichter bei den etwa 30 Teilnehmern. „Ultra trocken, was sollen wir damit anfangen.“ Ohne jetzt schon zu viel zu verraten: Was mit einem großen Aufschrei begann, war am Ende ein Erfolg auf der ganzen Linie.

Aber der Reihe nach: An der School of Games bekommen die Teilnehmer das Know-how rund um die Erstellung von Computer-Games vermittelt, um im Anschluss an die  zweijährige Ausbildung als Programer oder Artist die internationale Game-Branche zu verstärken. Da alle Theorie bekanntlich grau ist, stehen auf dem Lehrplan auch regelmäßige Prototypings, bei denen das Gelernte in die Tat umgesetzt wird.

Diesmal durften die Schüler das Thema des Prototypings nicht frei wählen, sondern mussten sich an den generierten Stichwörtern orientieren. Hinzu kam eine weitere Beschränkung: Es durften maximal zwei Buttons im Spiel sein.

Entwickelt wurde in Zweierteams, die sich jeweils aus einem Programer und Artist zusammensetzten. Betreut wurden die Entwicklungsteams von den Gaming-Experten Emma Manske, Lukas Esch (beide Artist), den Programern Saman Razavi und dem Game-Designer Kevin Glaap.

Die Gruppen mussten passend zu den generierten Stichwörtern Spielemechanik und Gameplay entwickeln,  um dann mit ihrem Konzept die Hürde des Greenlightings zu nehmen. Erst nach diesem OK der Betreuer konnten die Spieleentwickler daran gehen, die Grafiken (Assets) und den Code für ihre Spiele zu generieren. Jeweils mittwochs und freitags stand dann Playtesting auf dem Programm, bei dem Lukas Esch und Kevin Glaap dann wertvolle Tipps für die weitere Entwicklung gaben.

Die Endergebnisse können sich sehen lassen: Ob Golden Volleyball, ein 2D Sidescroller Jump & Run, das rein mit geballter Frauenpower entwickelt wurde, Android Invasion, bei dem man Androids mit Volleyballen in drei Leveln abwerfen muss, oder die 3D Sportsimulation „Robo Valley“, die dem klassischen Volleyball-Vorbild folgt – fast alle Spiele überzeugten am Ende durch ihre hohe Professionalität und ausgefeilten Spielemechaniken.

„Ich habe an so etwas Komplexen zum ersten Mal mitgewirkt“, verriet Teilnehmerin Maike Gersten während der Präsentation aller Spiele am Ende des Prototypings. Für die Schülerin „war es regelrecht faszinierend“, so viele neue Begriffe und Techniken wie „Tiles“ und „Sprite Sheets“ kennen zu lernen. „Sprite“, gesteht die 20-jährige mit einem verschmitzten Lächeln um die Augen, „war für mich allenfalls bisher ein Getränk“.

Und auch Lena Göckeritz war begeistert vom ihrem  zweiten Prototyping:

"Die größte Herausforderung für uns war es, alle bisherigen gelernten Dinge aus den verschiedenen Fächern gekonnt anzuwenden und kreative Lösungen für Probleme aus den Bereichen zu finden,  mit denen wir bisher noch nicht konfrontiert wurden. Beispiele hierfür sind das Animieren und Riggen des Charakters sowie die Erstellung einer KI bei der Programmierung."

 

Maus und Tastatur

Nach dem Prototyping ist vor dem Prototyping. Praxisorientierter Unterricht an der School of Games.